Wagenkirche: Vorweggenommene Ostern

Lieber Lorenz, das ging ja jetzt schnell! Letzte Woche die erste Tour mit der Wagenkirche in diesem Jahr – und heute sind wir schon wieder da.

Ja, das müssen wir doch ausnutzen! Wetter ist schön, wenn auch ein bisschen kalt – und nächste Woche geht’s schon wieder nicht mehr.

Ach ja, nächste Woche ist ja Karfreitag. Da fahren wir natürlich nicht. Aber für mich ist das alles noch so weit weg.

Ich dachte, der Karfreitag ist der höchste Feiertag bei euch Evangelischen?

Na ja, das ist mir ehrlich gesagt oft zu trübsinnig. Und Karfreitag und alles andere wäre doch gar nichts ohne die Auferstehung. Klar begehen wir den Karfreitag mit vielen Gottesdiensten, wir spielen zum Beispiel wieder mit unserer Band beim Oberndorfer Karfreitag. Aber ohne die Auferstehung würde doch keiner vom Karfreitag sprechen.

Ein bisschen ist es ja noch hin, bis wir dann an Ostern die Auferstehung feiern. Da haben wir schon noch ein paar sehr ernste Tage vor uns im Kirchenjahr, besonders eben auch den Karfreitag. Wir schauen immer gleich weiter und denken „ja, und dann kommt die Auferstehung“. Aber die Jünger damals – die standen da und hatten keine Ahnung, dass es weitergeht. Für die muss wirklich eine Welt zusammengebrochen sein.

Ja, das denke ich mir auch oft. Und deshalb ist der Karfreitag schon auch wichtig. Weil wir kennen das doch: Unsere ganze Welt bricht zusammen. Vielleicht nicht gerade, weil wir gekreuzigt werden, aber weil der Job weg ist, wegen einer Scheidung, einer schweren Krankheit oder was weiß ich. Auf einmal hast du das Gefühl: Es kann nicht mehr weitergehen.

Also wie die Jünger nach der Kreuzigung. Keine Hoffnung mehr für die Zukunft.

Und dann – am Ostermorgen – kommen die Frauen vom Grab zurück und sagen: „Das Grab ist leer! Jesus lebt!“

Ein schönes Zeichen auch für uns: Selbst wenn wir gar nicht mehr weiterwissen, wenn alles hoffnungslos erscheint: Gott sieht Wege, wo wir keine mehr sehen.

Wir wünschen Ihnen ein hoffnungsvolles Wochenende. Und wenn Sie mögen: Gehen Sie die Tage bis Ostern mit diesem Gedanken: Gott sieht Wege, wo wir keine mehr sehen.